Im Dezember finden sich endlich wieder Briefe in meinem Briefkasten. Darunter nicht nur Weihnachtskarten und Rabattcoupons diverser Versandhändler, sondern auch Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen. Ich muss zugeben, meist lese ich diese Briefe nicht von vorne bis hinten. Ich überfliege nur das Anliegen und dann landen viele dieser Aufrufe - ich schäme mich fast das zu sagen - im Papierkorb.
Aber nicht alle! Es gibt Organisationen, denen ich regelmäßig und gerne etwas spende. Ich kenne sie und habe sie bewusst ausgewählt, weil ich deren Anliegen und Arbeitsweise gut und wichtig finde. Und trotzdem weiß ich:
Es gäbe noch viele andere, wo es wichtig wäre, dass man sich engagiert oder spendet! Aber die eigenen Ressourcen sind nun mal begrenzt. Wenn ich jeder Bitte um Hilfe und Unterstützung nachkäme, wäre ich mit meinen Kräften schnell am Ende. Und für viele bleibt am Ende eines Monats nichts übrig für den guten Zweck, weil es gerade mal so für Strom, Miete und Heizkosten reicht.
Es gibt in dem Zusammenhang eine Geschichte in der Bibel, die Jesus erzählt: Ein reicher Mann geht tagtäglich an einem Armen vorbei. Er gibt nichts. Er hilft nicht. Er schaut ihn nicht einmal an – lässt sich nicht berühren von der Not des Anderen.
Vielleicht geht es neben Geld, das man hat oder auch nicht vor allem ja darum: hinzusehen und zu überlegen, wo man der Not etwas - und sei es noch so klein - entgegensetzen kann.