„Wann wurde es hip, dass man in Berlin seinen Müll einfach auf die Straße wirft?“ In einem Podcast gehört, löst dieser Satz in mir große Zustimmung aus. Oh ja – ich liebe Berlin– aber nicht den Müll auf der Straße!
Die Stadt macht ja viel. Jeden Montag beobachte ich von meiner Wohnung aus das Großaufgebot der Stadtreinigung am Boxhagener Platz. Dann gibt es den BSR-Tag, wo ich Sperrmüll bequem loswerde, ohne einen großen Transport organisieren zu müssen. Und ich kenne keine Stadt, in der öffentliche Mülleimer in so großer Zahl und Dichte stehen, wie in Berlin. Und umso weniger verstehe ich, wieso es so viele vermüllte Ecken gibt.
In fast allen großen Religionen findet sich in der einen oder anderen Variante die goldene Regel, die besagt: "Was du nicht willst, was man dir tut, das füge keinem andere zu.“
Ist das nicht eine wirklich einfache und gleichzeitig hilfreiche Leitlinie? Natürlich kenne auch ich meine schwachen Momente –nicht beim Müll, aber ich nutze gerne mal die Gelegenheit, in einer neugeöffneten Supermarktkasse schnell der erste zu sein – auch wenn andere schon deutlich länger warten. Oder wie schnell ich ungeduldig werden kann, wenn ein Kollege sich für etwas nicht zuständig fühlt.
Die goldene Regel hilft mir, in solchen Situationen die Perspektive zu wechseln: Denn ich bin doch auch froh, wenn jemand mich vorlässt, wo ich doch schon so viel länger warte als er. Und wie dankbar bin ich, wenn mir auf der Arbeit jemand mit großer Geduld begegnet, weil ich das mit dem Computer wieder nicht verstanden habe.
Wie würde also unsere Stadt aussehen, wenn wir alle das auch mit unserem Müll beherzigen. Einfach nur die Verantwortung für den eigenen Müll übernehmen, und diesen in einen der vielen Mülleimer werfen. Ganz einfach nach dem Motto: Wenn jeder vor seiner Haustür kehrt, ist die Straße sauber. Denn ich bin sicher: Wir alle wollen in einer sauberen Stadt leben. Und in einer Stadt, wo man Rücksicht nimmt – nicht nur auf die eigenen Interessen, sondern auch auf die der anderen.