Eine komplett renovierte alte Kirche wird wieder in Dienst genommen. Verblasste, aber gut erkenntliche farbige Fresken vom Abendmahl an der Altarwand, Fenster, die Lärm absorbieren, neue Türen im alten Stil, eine Fußbodenheizung, perfekt.
Heute ist die Kirche überfüllt. Ein Orchester mit einem brillanten Chor lässt Bachs Motette erklingen: Jesu meine Freude.
Prominenz ist da, der Bischof, der Regierende Bürgermeister, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Kirche platzt aus allen Nähten. Die Gottesdienstbesucher spüren:
Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.
Der Bischof betont: Hier darf jeder Mensch, gleich welcher Konfession und welchen Glaubens, Gott nahe sein, ihn gegenwärtig erleben. Jesus Christus ist - in den Bildern, im Abendmahl, in jedem von uns.
Der Bürgermeister fügt hinzu: Hier können Menschen aller Überzeugung miteinander ins Gespräch kommen, Gräben überbrücken, Gott und die Kirche, sie sind für alle Menschen da.
Solche Orte braucht man: Orte, wo Gottes Segen zugesagt wird, Orte wo Heimat und Zuflucht geboten wird, Orte, wo man über Gräben hinweg Versöhnung erfahren kann. So wirkt Gottes Segen auch bei uns, gute Nacht.
Evang. Gesangbuch, 2. Aufl. 1998, Nr. 165, Vers 1