Eine Person sitzt in warmer Kleidung mit einer rote Mütze am Straßenrand. Vor ihr steht ein Behälter, während Passanten im Hintergrund vorbeigehen. Die Szenerie vermittelt ein Gefühl von Einsamkeit und urbaner Hektik.
11.01
2026
21:58
Uhr

Kinder Gottes, Gottes Kinder

Ein Beitrag von Paul Geiß

Sie begegnen mir: ein Mann, der eine Obdachlosenzeitung anbietet, eine hinkende Frau, die mit brüchiger Stimme um etwas zu essen bittet, ein schimpfender Mann, der mitten in der Kälte auf einer Parkbank liegt und nackte wunde Füße hat.  

Manchmal kaufe ich die Zeitung, sie ist gut gemacht. Manchmal weise ich auf Hilfsangebote hin, zum Beispiel auf die Stadtmission Berlin. Und manchmal merke ich vor allem: wie hilflos ich selbst bin.

Ich muss ich mich nachhaltig daran erinnern, was mein Glaube sagt: Wir alle sind Gottes Kinder, ob privilegiert oder diskriminiert, ob wir im sicheren Hafen einer Familie leben oder allein und einsam sind, ob krank oder scheinbar aussichtslos.

Für Christinnen und Christen erinnert die Taufe daran: Wir sind Gottes Kinder, mit seinem Geist ausgerüstet. Es sind aber nicht nur die Christen, die unter Gottes Segen leben, alle leben unter Gottes Segen, auch ein so Mensch, der uns anrührt oder abstößt, denen ich unsicher begegne. Sie sind Kinder Gottes, haben eine unantastbare Würde, verdienen Respekt.

Die Bibel fasst es schlicht zusammen: Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder! Das ist Zusage – nicht Urteil. Mit Gottes Segen gute Nacht.

Römer 8, 14