Das Neue Jahr hat begonnen. Welche Erwartungen verbinden wir damit? Wird die Welt friedlicher? Bleiben wir gesund oder werden wir wieder gesund? Müssen wir Abschied nehmen, vielleicht sogar von Menschen, die uns besonders nahestehen? Welche Neuerungen kommen auf uns zu?
Ein alter Freund klagt: Schon wieder eine neue App für’s Handy, schon wieder ein vergessenes Passwort, ich komme mit der digitalen Welt nicht mehr klar, alles muss ich „online“ erledigen.” Ich sage ihm, dass es Menschen gibt, die ihm geduldig und freundlich helfen können – und dass wir nicht alleine sind in dieser rasanten Welt.
Der Dichter Eduard Mörike, der selbst mancher Enttäuschung und Krankheit begegnet ist, wendet sich in seinen Gedanken an Gott und betet:
Herr, schicke, was Du willst, ein Liebes oder Leides. Ich bin gewiss, dass Beides aus Deinen Händen quillt. Wollest mit Leiden, wollest mit Freuden mich nicht überschütten, denn in der Mitte liegt holdes Bescheiden.
Das klingt ein wenig altertümlich, dennoch, ich finde das hilfreich und bitte damit um Gottes Segen auch für Sie in dieser Nacht.
E. Mörike, Werke in einem Band, München Wien 1977, S. 127