Eine Hand hält ein prismatisches Glas vor ein Auge. Durch das Glas ist das Auge deutlich sichtbar, während der Hintergrund unscharf bleibt. Die Atmosphäre vermittelt einen Eindruck von Reflektion und introspektiver Betrachtung.
06.09
2026
21:58
Uhr

Kleine Selbsterforschung

Ein Beitrag von Juliane Rumpel

Für die einen geht mit dem Sonntag die Woche zu Ende.

Für die andern beginnt die neue Woche mit diesem Tag.

Ich hab ein Gedicht gefunden, das für beides taugt: Für den Moment, wenn etwas endet. Oder für den Augenblick, an dem etwas beginnt.

 

Es heißt „Kleine Selbsterforschung“ und der Name des Poems ist Programm:

 

Auf welchen Schultern stehst du?

In wessen Spuren gehst du?

Mit welchen Augen siehst du?

In welchen Büchern liest du?

 

Mit welchem Segen lebst du?

An welchen Plänen webst du?

An welchen Orten weilst du?

Und wessen Leben teilst du?

 

Sich selbst erforschen, dem eigenen Ich auf den Grund gehen, mich besser verstehen, suchen, woher ich komm und wo ich bin und wohin ich geh. Dafür eignet sich der Sonntagabend hervorragend – ganz egal, ob man ihn als letzten oder ersten Tag der Woche versteht.

 

Viel Spaß dabei und danach eine gute Nacht!

 

Quelle: „Kleine Selbsterforschung“ von Klaus Nagorni. Gefunden in: Schätze aus 20 Jahren „Der andere Advent“, Andere Zeiten (Hamburg), 12014, S. 78.