Ich sitze in der U-Bahn und schaue mit gesenktem Kopf auf die Schuhe der Menschen mir gegenüber. Die Rushhour des Morgens mit den vollen Zügen ist vorüber. Boh, was es da alles gibt. Heute fallen mir die lackschwarzen Schuhe eines jungen Mannes auf. Nun, vielleicht können Sie sich vorstellen, wie er aussieht, wenn ich den Kopf hebe. Ja, ja, er trägt Anzug und Rolli. Und ich denke mir seine Geschichte zu den blankgeputzten Schuhen aus. Bestimmt fährt er von einer blankgeputzten Wohnung ins Büro, sagt den Kollegen guten Morgen und schon geht die Arbeit mit dem Blick auf den PC los. So viele Frauen und Männer sitzen in Büros. Sie verwalten und gestalten unsere Republik.
Und die, die Homeoffice machen, tragen vielleicht Filzlatschen oder gehen barfuß durchs Haus.
Abends ziehe ich meine Schuhe aus und stelle sie in den großen Schuhschrank. Sie könnten mir allerhand erzählen – aber mich und meine Geschichten kenne ich ja.
Eine bunte menschliche Gesellschaft und ich glaube, Gott hat uns alle gemacht und gewollt.
Ich wünsche dem Mann und allen, die unterwegs waren, die sich in den Büros oder auch zuhause den Kopf zerbrochen haben, eine Zeit des Ausruhens für den Kopf und die Seele. Gott segne Sie. Gute Nacht.