Eine Woche auf der Insel Hiddensee im Mai. Zu den Gästen, die gerne die Insel besucht haben, zählte auch der Schriftsteller Thomas Mann. In seinem Roman „Die Buddenbrocks“ fordert ein Prediger bei der Morgenandacht die Familie auf, die folgenden Worte zu singen:
Ich bin ein rechtes Rabenaas,
Ein wahrer Sündenkrüppel,
Der seine Sünden in sich fraß,
Als wie der Rost den Zwippel.
Ach Herr, so nimm mich Hund beim Ohr,
Wirf mir den Gnadenknochen vor
Und nimm mich Sündenlümmel
In deinen Gnadenhimmel! (1)
Bei diesen Versen handelt es sich um eine Parodie auf eine Kirchenliedstrophe aus dem Jahr 1840. Thomas Mann zeigt augenzwinkernd: Wenn der christliche Glaube Ausdruck von Weltflucht und öffentlich vorgetragener heuchlerischer Selbstbezichtigung oder gar Selbstzerknirschung wird, dann ist da wohl etwas schiefgelaufen. Stimmt!
Ich glaube: Gott stärkt mir den Rücken damit ich mein Leben bestehen kann. Und wenn ich einmal wirklich schuldig geworden bin und mich diese Last drückt, dann kann ich durch den Zuspruch der Vergebung wieder neu beginnen.
Eine gute Nacht mit Gottes Segen!
- Thomas Mann: Buddenbrooks. S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1978.