Heute findet der bundesweite Tag der Archive statt. Auch Berliner Archive sind dabei wie z.B. das Politische Archiv des Auswärtigen Amts, oder das Archiv der Akademie der Künste und viele andere. Archive sind wichtig. Sie bewahren das Geschehene für nachfolgende Generationen.
Auch die Bibel ist ein Archiv. Sie bewahrt das gesammelte Gedächtnis des Glaubens über viele Jahrhunderte. In ihr sind Geschichten von Menschen aufbewahrt, die Gott gesucht und auf ihn vertraut haben, wie Abraham und Sarah, die gegen alle Wahrscheinlichkeit noch im hohen Alter zu Stammeltern eines großen Volkes wurden. Wir finden aber auch Geschichten von Menschen, die gezweifelt und gelitten haben, wie der gottesfürchtige Hiob, der viele Ungerechtigkeiten erleiden musste und doch standhaft blieb in seinem Gottesglauben.
Die Bibel bewahrt Stimmen aus verschiedenen Zeiten. Propheten, Könige, Beter, Jüngerinnen und Jünger, Gemeinden – sie alle kommen zu Wort. Die Bibel ist kein einzelnes Buch, sondern eine Sammlung, ähnlich einem Archiv, das viele Perspektiven zusammenhält.
Und die Bibel überliefert tatsächlich geschehene Geschichte. Keine fiktiven Erzählungen, sondern historisch auch in anderen Quellen verbürgte Ereignisse, wie den Aufstieg und Niedergang des Königreichs Israel. Sie hält fest, wie Menschen Gottes Handeln in ihrer Zeit verstanden haben. Und regt damit an, das eigene Leben im Licht des Glaubens zu deuten.
Und das ist die eine große Erzählung in den vielen kleinen Geschichten der Bibel: Gott ist mit uns auf dem Weg! Er lässt uns nicht allein und sendet uns sogar in Jesus Christus seinen Sohn, um uns zu erlösen, den Messias, der wiederkommen wird. So verbindet die Bibel Vergangenheit und Zukunft: Sie erinnert daran, woher der Glaube kommt, und eröffnet Orientierung für das, was kommen wird, was wir erwarten dürfen.
Darum ist die Bibel ein Archiv – nicht staubig, sondern lebendig, ein Raum des Erinnerns, Verstehens und Weitergehens.