Am Anfang war das Wort. Heißt es in der Bibel. Und um Worte geht es auch bei den Poetry-Slam-Meisterschaften Berlin-Brandenburg, die heute beginnen. Bis zum 7. März präsentieren sich neun der besten Poetinnen und Poeten der Region auf der Bühne des Renaissance-Theaters in Berlin. Da will ich nicht nachstehen.
Also dann lasst uns Gott preisen!
Gott ist nicht nur groß,
nicht Meter mal Meter mal Himmel hoch,
nicht nur das Wort, das wir flüstern,
wenn uns die Sprache ausgeht.
Gott ist größer.
Größer als meine Angst um morgen,
größer als der Lärm in meinem Kopf,
größer als Grenzen auf Landkarten
und Mauern in unseren Herzen.
Gott passt nicht in Kirchenbänke,
nicht zwischen Anfang und Ende,
nicht in unsere sauberen Antworten.
Er sprengt sie. Liebevoll.
Er ist das Donnern,
das dich aufschrecken lässt –
und zugleich das Flüstern,
das dich nachts hält,
wenn niemand sonst da ist.
Gottes Größe zeigt sich nicht nur im Universum,
nicht nur in Sternen,
die wir zählen, ohne sie zu begreifen.
Sie zeigt sich,
wenn jemand vergibt,
obwohl es weh tut.
Wenn Hände teilen,
obwohl sie selbst fast leer sind.
Wenn Hoffnung bleibt,
obwohl alles nach Aufgeben schreit.
Gott ist groß,
weil er sich klein macht.
Weil er nicht über uns steht,
sondern neben uns geht.
Barfuß durch unseren Alltag.
Er ist größer als Schuld,
größer als Scham,
größer als jeder Gedanke,
der dir sagt: Du reichst nicht.
Denn Gottes Größe misst sich nicht in Macht,
sondern in Nähe.
Nicht in Kontrolle,
sondern in Liebe.
Und vielleicht,
vielleicht ist Gott genau dort am größten,
wo wir den Mut haben,
ihm Raum zu geben
in unserem zerbrechlichen,
wunderbaren Leben.