Die Holzperlen zeigen das Wort „DREAMS“ in klaren Buchstaben auf einem Holzuntergrund.
06.03
2026
06:50
Uhr

„Imagine there’s no heaven…“

Die Macht der Träumer

Ein Beitrag von Hans-Joachim Ditz

„Imagine there’s no heaven…“ So beginnt das berühmte Lied von John Lennon, das zur Friedenshymne wurde, während der Vietnamkrieg tobte. „Imagine all the people
Living life in peace…“ Kann man sich das vorstellen? Alle Menschen leben in Frieden miteinander? Zu schön, um wahr zu sein. Da räumt selbst John Lennon ein, ein Träumer zu sein, um sogleich einzuschränken: Aber ich bin nicht der Einzige!

Träumer retten unsere Welt, weil sie sehen, was noch nicht ist – und trotzdem daran glauben.

Während andere nur das Bestehende verwalten, stellen Träumer Fragen: Was wäre, wenn? Jede große Veränderung – soziale Gerechtigkeit, Frieden, medizinischer Fortschritt – begann als Traum. In einer Welt voller Krisen sagen Träumer nicht: Es hat keinen Sinn, sondern: Es muss anders gehen. Und es wird anders gehen „I have a dream!“ – Martin Luther King hat es vorgemacht, Träume können die Welt verändern. 

Träumer haben es mitunter schwer. Martin Luther King bezahlte seinen Traum vom Ende des Rassismus mit dem Leben. Andere erwecken den Neid ihrer Brüder und werden in eine Zisterne geworfen und in die Sklaverei nach Ägypten verkauft, wie Joseph im Alten Testament. Dort aber steigt er zum Stellvertreter des Pharaos auf und rettet Ägypten während einer Hungersnot, nachdem er die Träume des Pharaos richtig gedeutet hat. Der Träumer als Traumdeuter. 

Träumer berühren Herzen. Sie erzählen Geschichten, malen Bilder, schreiben Lieder wie John Lennon, sprechen Worte, die Menschen bewegen. Veränderung beginnt selten mit Zahlen, fast immer mit einer Vorstellung, die berührt. Deshalb brauchen wir Träumer.

Träumer sind nicht weltfremd. Sie sind mutig genug, die Welt nicht so zu lassen, wie sie ist. Und genau deshalb retten sie sie – immer wieder.