In Amerika wird heute der „Mach-andere-glücklich-Tag“ gefeiert. So steht es jedenfalls in der Liste der kuriosen Feiertage. Ausgerechnet Amerika, ist meine erste Reaktion, angesichts der Entwicklungen dort, die viele Menschen unglücklich machen. Doch dann fällt mir ein, dass das „Streben nach Glück“ zentraler Bestandteil der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ist.
„Mach andere glücklich“. Das kann man als moralische Forderung, als Apell hören. Ich kann es aber auch als eine freundliche Einladung verstehen.
Glück ist oft leise. Es versteckt sich in kleinen Gesten, in Aufmerksamkeit und Zeit haben. Ein ehrliches Lächeln, ein gutes Wort, ein Moment des Zuhörens können mehr bewirken als große Pläne. Ich muss nicht perfekt sein, um Glück weiterzugeben. Ich muss nur bereit sein, den anderen wahrzunehmen.
Wie Jesus. Er begegnete den Menschen, sah ihre Not, ihre Sehnsucht und ihre Würde. Er heilte nicht nur Körper, sondern auch Herzen, indem er Menschen ernst nahm. Wo jemand gesehen wird, wächst Hoffnung. Und wo Hoffnung wächst, entsteht Freude. Die Chance will ich heute nutzen. Vielleicht bedeutet es, Geduld zu zeigen, wo Eile herrscht. Vielleicht heißt es, zu verzeihen oder Hilfe anzubieten, ohne etwas zurückzuerwarten. Und das Beste ist: Wenn ich andere glücklich mache, werde ich selbst glücklich. Freude, die ich schenke, kommt zurück.
„Hört auf Böses zu tun. Lernt Gutes zu tun!“ (Jes 1,17) So redet der Prophet Jesaja seinem Volk ins Gewissen. Und alle die heute eine katholische Messe besuchen, hören diese Worte auch. Denn dieser Text Jesajas wird heute in allen Messen gelesen. Lernt Gutes zu tun! Eine Forderung, ein Apell und mehr noch eine herzliche Einladung, ganz passend zum heutigen „Mach-andere-glücklich-Tag“.