„Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“ Diesen humorvollen und zugleich ernsthaften Rat gab vor etwa 400 Jahren der französische Philosoph Blaise Pascal. Er ging, anders als viele Menschen unserer Zeit, davon aus, dass wir die Wirklichkeit weniger beeinflussen können, als wir denken.
Gegenwärtig behaupten Menschen von sich, dass sie innerhalb kürzester Zeit langanhaltende Konflikte und Kriege befrieden können. Andere versprechen eine schnelle Sanierung der Infrastruktur, eine verbesserte innere Sicherheit, Wirtschaftswachstum und den Sieg über die Altersarmut. Dabei lehrt uns der Alltag oft auf schmerzliche Weise, dass unsere Pläne nicht zu verwirklichen sind. Wir erleben, dass Verhandlungen um Frieden oder über Maßnahmen zur Verbesserung des Klimas scheitern. Und wir müssen anerkennen, dass sich manchmal etwas entwickeln kann, was nicht vorhersehbar war und schon gar nicht geplant.
Dass die Katholische Kirche vor etwa 300 Jahren in Potsdam Fuß fasste, weil sich dort Büchsenmacher aus Lüttich und Soldaten ansiedelten, befremdet. Auch, dass ausgerechnet für die Waffenbauer eine Katholische Kirche gebaut und ein Priester eingesetzt werden musste. Aber, so schrieb der französische Schriftsteller Paul Claudel vor etwa einhundertfünfzig Jahren: „Gott schreibt auf krummen Zeilen gerade.“ Ohne das Militär und die Waffenfabrikation hätte die Katholische Kirche nicht wieder neuen Fuß fassen können.
Auf krummen Zeilen gerade schreiben: Gott erkennt in dem Menschen mehr als seine Oberfläche. Der damalige sogenannte „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. erlaubte den Bau einer katholischen Kirche und die Gründung der Gemeinde. „Soldaten, das ist meine Schwäche“, soll er einmal gesagt haben. Gott nutzt offenbar sogar die Schwäche, um etwas Gutes entstehen zu lassen. Das mag nicht mit unseren Plänen vereinbar sein, wirkt aber trotzdem. Gott sei Dank.