Heute wird weltweit der „Lies ein Buch Tag“ begangen. Welches Buch habe ich zuletzt gelesen? Es ist das Buch des Physikers und Kabarettisten Vince Ebert mit dem Titel: "Wot Se Fack, Deutschland? Warum unsere Gefühle den Verstand verloren haben".
Ebert beschäftigt sich mit der Wirklichkeit, in der seiner Ansicht nach Gefühle stärkeren Einfluss gewinnen als der Verstand. Dies führt seiner Überzeugung nach dazu, dass Ideologie die wichtigen Entscheidungen mehr beeinflusst als die durch die Vernunft erworbene Erkenntnis.
Zugespitzt beschreibt Ebert dies an einem Beispiel. Es mag Menschen geben, die keine Farben benennen können. Sie können also nicht sagen, dass die rote Wand rot ist oder der See im Sonnenlicht blau-grün schimmert. Es folgt daraus, dass diese Menschen subjektiv die Farben nicht erkennen. Laut Ebert würden nun aber immer mehr Leute außerdem daraus ableiten, dass diese Menschen, die keine Farbe benennen können, deshalb in einer schwarz-weißen Welt lebten. Das aber sei unvernünftig, da es doch Tatsache sei, dass alle Menschen in einer farbigen Welt leben, unabhängig von ihrer Farbkenntnis, von ihrem subjektiven Farbempfinden und ihrem persönlichen Wissen darüber.
Man muss nicht allen Aussagen in diesem Buch folgen. Ich bin davon überzeugt, dass es trotzdem zur richtigen Zeit erscheint, um uns an die Vernunft und ihre Bedeutung zu erinnern. Unvernünftig sehen immer mehr Menschen schwarz oder machen ihre gefühlten Erwartungen an Gipfeltreffen zu Höhepunkten, die in einer tiefen Enttäuschung enden. Jede Überzeugung, auch die religiöse, muss sich der Vernunft stellen. Nichts, den Glauben an Gott eingeschlossen, darf unvernünftig sein; nichts der Vernunft widersprechen. Lediglich dürfen Menschen mehr glauben und erhoffen, als es die Vernunft ermöglicht. Dies widerspricht ihr nicht, geht aber über sie hinaus. Gott sei Dank.