04.09
2025
06:50
Uhr

Tag der Zeitungsausträger:innen

Heute wird in den Vereinigten Staaten von Amerika der Tag der Zeitungsausträgerinnen und Zeitungsausträger begangen. Sie gehören zu den Menschen, die unbemerkt jeden Tag ihren Dienst tun, bevor andere aufstehen. Bemerkt wird ihre Arbeit nur dann, wenn sie nicht getan wird. Ansonsten sehen es die meisten Menschen als selbstverständlich an, dass ihre Zeitung am Morgen im Briefkasten liegt. Auch wenn heute viele Zeitungen mit der Post oder als E-Paper geliefert werden, gibt es sie auch noch bei uns in Berlin und Brandenburg, die Zeitungsausträgerinnen und -austräger.

Ja, ihr Dienst wird bemerkt, wenn er ausfällt: wie auch der Dienst der Straßenreinigung, der Müllentsorgung, der Verkehrsbetriebe und der Fensterputzer. Sie arbeiten nicht auf der großen Bühne, stehen nicht im Rampenlicht. 

Ich erinnere mich an eine Begegnung, die mich vor 40 Jahren irritiert und verärgert hat. „Der Mensch fängt mit dem Abitur an“, sagte ein Lehrerkollege damals zu mir. Selten werde ich sprachlos, aber dieser Ausspruch hat es fast geschafft. Ich erwiderte dem Kollegen nur noch: „Dann denk doch mal darüber nach, was sich für dich verändern würde, wenn alle Menschen ohne Abitur ihren Dienst niederlegen.“

Diese Denkweise des Kollegen und das ständige Werten und Vergleichen gefallen mir nicht. Die Zeitungsausträgerinnen und Zeitungsausträger lassen mich an die Menschen denken, die – ob mit oder ohne Abitur – täglich treu und unbemerkt ihren Dienst tun. 

Jesus selbst hat sich den Blick für die Menschen jenseits der roten Teppiche und der großen Bühnen bewahrt. Zu ihnen gehörte beispielsweise die Witwe am Opferkasten. Sie hatte nur einen Cent in den Opferkasten geworfen. Aber dieser eine Cent war alles, was sie an Geld besaß. Dafür wird sie von Jesus gelobt. Wo Menschen alles geben, oft unscheinbar und weder erkannt noch anerkannt, begegnen uns echte Heilige, und das auch heute noch. Gott sei Dank.