Vor wenigen Wochen wurde ich auf den Film „Bonhoeffer“ aufmerksam gemacht. Da mich die Person Dietrich Bonhoeffer seit Jahren sehr interessiert, folgte ich der Einladung ins Kino. Und wurde enttäuscht. Nein, so war Dietrich Bonhoeffer ganz bestimmt nicht, dachte ich. Seine Nachkommen distanzierten sich auch von diesem Film, las ich dann später.
Seit Jugendzeiten an waren mir seine Worte von den „Guten Mächten“ tief im Herzen verwurzelt. Er richtete diese Worte an seine Verlobte, wissend, dass er sie vermutlich auf Erden nicht wiedersehen würde.
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Am 9. April 1945 wurde er im KZ Flossenbürg hingerichtet, auf ausdrücklichen Befehl Adolf Hitlers.
Er war Vertreter der „Bekennenden Kirche“ – ganz im Gegensatz zu den „Deutschen Christen“, die sich der nationalsozialistischen Bewegung nicht nur anschlossen, sondern im „Führer“ Adolf Hitler ihren Messias sahen.
Dietrich Bonhoeffer war und ist bis in unsere Tage für uns ein Vorbild. Seine Theologie der Gegenwart Jesu im Alltag ist so ökumenisch und interkonfessionell, wie es kaum besser geht: Christus im Alltag suchen und sich immer fragen, was Jesus heute und hier sagen würde zu den gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Das lerne ich aus seinem Leben.
Dietrich Bonhoeffer bezahlte für seine Glaubensstärke schließlich mit seinem Leben. Auch diesen Weg ging er authentisch und glaubensstark.
Glaubensstärke, ja, dieser Charakterzug Dietrich Bonhoeffers ist es, den wir hier im Berliner Südosten in den christlichen Kirchen auch versuchen zu leben.
Dietrich Bonhoeffer ordnete dem Glauben alles unter, provozierte und inspirierte damit auch viele Menschen seiner Zeit. Immer blieb er seiner Liebe und Entscheidung zu Christus treu.
Dieser evangelische Theologe ist ein Vorbild für mich. Er ist für mich ein Märtyrer und ein Heiliger, um es auf „unsere katholische Art“ zu sagen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag.