Eine Person reitet auf einem Pferd durch eine weite, sandige Wüste. Im Hintergrund sind sanfte Hügel zu erkennen, und der Himmel zeigt einige Wolken. Die Fußspuren im Sand deuten den Weg des Reiters an.
15.09
2025
06:50
Uhr

Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich

Ein Beitrag von Mathias Laminski

Mich besuchte einst ein Südafrikaner, der sich taufen lassen wollte. Er war während der Zeit der Apartheid in die Armee eingezogen worden. Er versuchte sich davor zu retten, aber es gab keinen Weg daraus: Er wurde in Kämpfe der südafrikanischen Armee in Angola gegen die dortigen Rebellen geschickt. 

Unfassbar brutale Situationen prägten sein Leben dort. Schließlich machte er sich auf gefährliche und abenteuerliche Weise auf die Flucht. Er konnte und wollte nicht mehr der Armee im brutalen Kampf dienen. So flüchtete er durch ganz Afrika nach Norden, 6 Monate mit härtesten Erlebnissen unterwegs, bis er in Kairo ankam und schließlich nach London gelangte. 

Gott war immer mit ihm, so meinte er. Er spürte ihn immer und nun wollte er endlich seine Konsequenzen daraus ziehen und sich taufen lassen. Das würde sein Leben abrunden, sagte er.

Als ich mich dann am folgenden Wochenende auf meine Predigt vorbereiten wollte, las ich zunächst die biblischen Texte des Sonntags. Da war folgende Stelle zu lesen:

„Elija ging eine Tagesreise weit in die Wüste hinein. Dort setzt er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: „Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben… Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel kam, rührte ihn an und sprach: „Steh auf und iss!“ Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich. Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.“

Manchmal schickt uns Gott Menschen, vielleicht als Engel an unsere Seite, die uns durch die Dunkelheit führen und stärken, damit unser Weg am Ende eben doch zu schaffen ist.

Ihnen allen einen gesegneten Tag.