Eine Landschaft mit einer sanften Hügelkette im Hintergrund und einem Gewässer an der rechten Seite. Im Vordergrund stehen ein paar Bäume und eine kleine, kupferdachige Struktur. Zwei Menschen sind zu sehen, einer steht, der andere sitzt im Gras.
18.09
2025
06:50
Uhr

Die Frauen in Begleitung Jesu

Ein Beitrag von Mathias Laminski

Das Thema „Frau in der Kirche“ wird in unserer katholischen Kirche noch immer und oft auch hochemotional diskutiert. Eigentlich lächerlich, muss man sagen, denn wir leben ja nicht im Mittelalter. Denke ich. Warum werden Frauen eigentlich noch immer nicht den Männern gleichgestellt – was bestimmte Ämter betrifft jedenfalls. 

Wahrscheinlich bekomme ich heute noch Post von Leuten, die schon immer wussten, was richtig und was falsch in der Kirche ist. Und ich müsse es doch eigentlich wissen, dass nur Männer berufen seien, z.B. das Priesteramt auszuführen und so weiter. 

Denn Jesus hat ja schließlich nur Männer zu seinen Aposteln berufen. Und in der Hl. Schrift sind sie doch genau alle mit Namen genannt.

Nun gut, diese Schutzwand bekommen wir auch im Jahr 2025 nicht eingestürzt. Dass Männer die Evangelien auch etwas in ihrem Sinne schrieben und das wiederum deutlich nach Jesu Lebzeit…sei´s drum!

In der Bibelstelle des heutigen Tages kommen gleich einige ganz eng mit Jesus befreundete Frauen zur Sprache: Maria Magdalena, Johanna und Susanna und „viele andere“. Sie unterstützten Jesus und seine Gemeinschaft mit dem, was sie besaßen.

Es gibt ja in der Hl. Schrift so unglaubliche schöne und befreiende Stellen, die von Jesu lockerem und gesundem Umgang mit Frauen erzählen. Befreiend. Wirklich. 

Vermutlich war es der damaligen patriarchalisch geprägten Gesellschaft schon ein Dorn im Auge, dass Jesus so nah und umgänglich Frauen gegenüber war.

Und oft frage ich mich: sind es vielleicht doch nicht nur Traditionsfragen, sondern Fragen der Macht, die Veränderungen überhaupt so schwer machen. 

Ich als katholischer Pfarrer – werden die anderen einwenden – stehe ja dafür, dass es so bleibt wie es ist. Aber mindestens ein ganz klein wenig kann ich dennoch in der Jesus-Nachfolge einen anderen Umgang pflegen, nicht von oben nach unten, sondern kooperierend und auf Augenhöhe.

Kurz und gut: Da ist heutzutage tatsächlich noch viel Luft nach oben, was den Umgang und die Frage nach Leitung für Frauen in der Kirche betrifft. Und wenn nicht Jesus, wer sollte uns sonst Vorbild sein?