Eine Person hält ein Smartphone mit einem angeschlossenen Kopfhörer. Die Hände sind gut sichtbar, während das Smartphone zwischen ihnen gehalten wird. Die Person trägt ein weißes Sweatshirt mit einem schwarzen Schriftzug.
11.03
2026
06:50
Uhr

Digitales Lernen

Ein Beitrag von Franziska Frey

Erst, als mein Daumen wehtut, merke ich, wie lange ich heute schon am Handy gehangen habe. Eigentlich wollte ich nur kurz mit einer Freundin chatten. Dann habe ich nach Dekoideen gesucht und nach einem Geburtstagsgeschenk und mir dann noch eine Videorezension dazu angeschaut. Ein Klick nach dem anderen, bis ich schließlich gar nicht mehr weiß, warum ich mein Handy überhaupt in die Hand genommen habe heute morgen.

In der Bibel heißt es im Psalm 139: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.“ Auf unsere Zeiten übertragen könnte das heißen: ob ich im Buch oder im Handy lese, einen Podcast höre oder google, Gott ist bei mir.

Ich bin viel im Internet unterwegs. Oft ist es für mich ein nützliches Werkzeug. Wie wird das Wetter? Wie lautet die Telefonnummer der Hausärztin? Wann findet der nächste Gottesdienst am Urlaubsort statt? Antworten sind jederzeit abrufbar. Das Netz hilft, den Alltag zu organisieren, informiert und verbindet Menschen, die weit voneinander entfernt sind.

Doch manchmal hat es mich auch tief eingesponnen, während mein Gehirn auf Durchzug schaltet. Dann scrolle ich nicht aus Interesse, sondern aus Gewohnheit. Ich konsumiere, ohne zu brauchen und merke zu spät, dass ich müde bin oder eben der Daumen lahm – nicht vom Denken, sondern vom ständigen Reiz.

Heute, am Tag des digitalen Lernens, ist Zeit für solche Fragen: Wonach suche ich eigentlich, wenn ich am Handy, Computer oder Tablet bin? Brauche ich Zerstreuung, Ablenkung oder Nähe? Vielleicht auch das Gefühl, nichts zu verpassen? Und wo kann ich das noch finden und vielleicht echter? Ich reibe mir die vom Bildschirm müden Augen.

Ich lege das Handy beiseite. Kein großer Vorsatz, nur ein bewusster Moment. Ich bin dankbar dafür, dass digitale Medien meinen Alltag und meine Kommunikation erleichtern. Dankbar für die Kreativität und die Ideen, die online geteilt werden. Auch dankbar für Menschen, die im Internet offen über ihren Glauben sprechen und sich angreifbar machen. Ich glaube daran, dass man zwischen allem was nützt und dem was schadet im digitalen Raum auch Gott finden kann. Aber allem, was mich sinnlos fesselt und mir Lebenszeit stiehlt, ziehe ich heute den Stecker.