In Deutschland leben knapp 40 Millionen Haustiere, Hunde, Katzen, Kaninchen, Wellensittiche, Meerschweinchen, Fische und andere die mancher persönlich vielleicht nicht in seinen 4 Wänden haben möchte. Menschen sprechen mit ihren Tieren, fahren sie im Kinderwagen und Fahrradanhänger umher, tragen sie in Hand- oder Bauchtaschen mit sich herum, richten ihren Alltag nach ihnen aus, fahren mit ihnen in den Urlaub und wünschen sich, auch mit ihnen gemeinsam begraben zu werden.
Das ist auch gut verständlich. Ein Hund hört geduldig zu, wenn man sich über den Arbeitstag beschwert. Eine Katze schaut dabei zwar so, als hätte man grundsätzlich die falsche Entscheidung getroffen. Aber immerhin hört sie zu. Haustiere fragen nicht nach unserem Lebenslauf. Für Tiere zählt etwas anderes. Ob jemand freundlich ist, sich kümmert. Ob Vertrauen wachsen kann. Vielleicht können wir das von ihnen lernen.
In der Bibel spielen Tiere eine große Rolle. Die Arche Noah wäre ohne sie nur ein schwimmendes Holzhaus gewesen. Jona wird von einem Wal verschluckt. Jesus selbst spricht von den Vögeln unter dem Himmel und sagt: Schaut sie an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, und doch sorgt Gott für sie.
Das ist keine Aufforderung, die Steuererklärung zu ignorieren. Aber es erinnert daran, dass das Leben mehr ist als Leistung und Effizienz. Haustiere wissen das längst. Sie leben konsequent im Hier und Jetzt. Der Hund freut sich über einen Spaziergang, als wäre es das größte Abenteuer der Welt. Die Katze findet einen Sonnenfleck auf dem Boden und betrachtet den Tag damit als gelungen. Manchmal beneide ich sie darum.
Viele lieben ihre Haustiere gerade deshalb, weil in dieser Beziehung etwas Besonderes spürbar wird, ein vorbehaltloses Angenommensein, ohne Leistungsgedanken, einfach, weil man da ist, weil man gebraucht wird. Sich um jemanden zu kümmern, erfüllt einen selbst und gibt dem Leben einen Sinn.
Natürlich haben Tiere ihre Eigenheiten. Sie zerkratzen Sofas, fressen Schuhe oder wecken ihre Menschen morgens früh um fünf. Aber das gehört dazu. Liebe ohne kleine Macken gibt es nicht. Und vielleicht ist das ja eine kleine Predigt auf vier Pfoten oder zwei Flügeln: Gottes gute Schöpfung umgibt uns überall und manchmal sitzt sie schnurrend auf dem Sofa, oder bellt fröhlich an der Haustür.