Mich drücken in diesen Tagen so einige Sorgen. Sorgen über die Zukunft, die Vergangenheit und über das Hier und Jetzt. Manchmal hilft mir dann ein Blick zum Himmel: mal Blau und mit Sonnenstrahlen, mal grau und windig, und manchmal sehe ich auch einen Schwarm Stare über den Himmel tanzen. In ihren großen Formationen, so wie die Wolken.
"Seht die Vögel unter dem Himmel…", sagt Jesus in der Bergpredigt. "Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch." (Matthäus 6, Vers 26) Sorgt euch nicht um das Morgen, sagt Jesus, der heutige Tag hat genug der Mühe. Eins nach dem anderen. Seht die Vögel, schaut nach oben – zum Himmel! Sie sorgen sich um heute und finden dennoch Zeit, zu tanzen. So sorgt auch Gott für euch.
Leicht gesagt und manchmal so schwer getan.
Das Gestern ist oft schwer zu vergessen, und das Morgen drückt mit seinen Sorgen schon so schwer auf das Heute. Planungen, Kürzungen, Veränderungen, zu wenig Zeit.
Man blickt nach hinten, man blickt nach vorn. Doch Jesus fordert auf: Blickt zum Himmel und sorgt euch um das Reich Gottes. Um Gottes Gerechtigkeit. Sorgt euch darum, dass Menschen nicht mehr über andere herrschen, dass Urteile nicht übereinander, sondern gar nicht mehr gefällt werden, dass der Blick füreinander das erste ist, was zählt.
Die Stare leben in diesem unmittelbaren Blick füreinander. Sie tanzen ihre Formationen gemeinsam, immer den anderen im Blick, weil die Gemeinschaft sie vor den Widrigkeiten des Lebens schützt. Sie fallen zusammen über die Kirschbäume her und ziehen miteinander munter weiter - im Vertrauen darauf, dass sie morgen wieder Nahrung finden werden.
Wenn Jesus vom Reich Gottes spricht, sieht er Menschen im Hier und Jetzt: Das kranke Kind, die besorgte Frau, den trauernden Vater, den Hilfesuchenden, die Verzweifelte, aber auch die Fröhlichen und Feiernden. Er kümmerte sich um sie alle. Hat sie im Blick. Jesus ist dabei nicht von einem zum nächsten geeilt. Er war ganz bei denen, die ihn in diesem Moment brauchten. Hier und Jetzt. Diese Präsenz ist gemeint, wenn er sagt: Das Reich Gottes ist mitten unter uns. Mehr Präsenz unter uns – mehr hier und jetzt. Und mehr Gemeinsinn.