Heute ist Freitag. Nicht der 13., sondern der 20. Vielen Menschen ist der 13. egal, weil sie nicht abergläubisch sind. Manche hängen sich aber auch ein Hufeisen über die Tür. Als ich mal einen gefragt habe: „Ja glauben Sie denn an sowas?“ bekam ich zur Antwort: „Weiß nicht… Vielleicht hilfts ja, auch wenn man nicht dran glaubt.“
„Glauben Sie wenigstens an Gott?“ „Na, auch der kann ja helfen, ohne dass ich an ihn glaube. Wenn es ihn überhaupt gibt…“ Kann sein, muss aber nicht.
Wer sich nicht zu sehr festlegt, kann sich alle Optionen offenhalten. „Gott sei Dank, ich bin Atheist!“ – das klingt witzig: Nicht an Gott glauben, ihm aber dafür danken!
„Das ist weder Fisch noch Fleisch!“ Diese Redensart greift dieses unentschiedene Hin-und-Her-Lavieren auf. Sie hat ihren Ursprung in den Kämpfen der Reformationszeit: „Weder Fisch noch Fleisch“ - das galt denen, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie dem alten, katholischen Glauben zugehörig bleiben wollten oder aber zum neuen, aufrührerischen Protestantismus übertreten. Während die Katholiken am Freitag fasteten und statt Fleisch höchstens Fisch aßen, durften die Evangelischen auch am Freitag Fleisch essen. Wer sich nicht festlegen wollte - weder Fisch noch Fleisch -, aß vielleicht am Freitag gar nichts.
Und wieso gerade am Freitag? Das ist der Wochentag, an dem Jesus gekreuzigt wurde.
Und warum gerade Fisch und nicht einfach nur ein Freitagsmüsli?
Der Fisch war ganz früher das Geheimzeichen der Christen, ein Symbol für Christus. Denn wenn man den Titel „Jesus Christus, Gottessohn und Retter“ mit den Anfangsbuchstaben der enthaltenen Worte schreibt, ergibt sich auf Griechisch das Wort: „ICHTHYS“ - das heißt „Fisch“.
Das alles ist lange her. Manchmal begegnen einem die christlichen Fische aber heute noch auf der Autobahn. Und manchmal ausgerechnet am Heck des Wagens, der einen gerade Linksaußen überholt und dann ohne zu blinken scharf vor dem eigenen Auto wieder rüberzieht…
Eigentlich soll das Symbol ja aller Welt zeigen, dass hier ein ordentlicher Christenmensch am Steuer sitzt. Andererseits ist der Fahrstil dann alles andere als christlich… weder Fisch noch Fleisch.
Bis heute ist es eben nicht einfacher geworden, sich eindeutig festzulegen.
Ich wünsche ihnen einen Tag mit wenigstens einer klaren Entscheidung.