Eine Frau mit lockigem, braunem Haar steht vor einer grauen, strukturierten Wand. Sie trägt ein helles Oberteil und eine gestrickte Jacke. Ihr Gesichtsausdruck zeigt Unsicherheit oder Skepsis, die Arme sind vor der Brust verschränkt.
21.03
2026
06:50
Uhr

Wer‘s glaubt, wird selig

Ein Beitrag von Thomas Steinbacher

„Wer‘s glaubt, wird selig!“ – Dieser Satz rutscht einem raus, wenn Skepsis angebracht ist. Wenn uns jemand eine Lügengeschichte auftischen will. „Ach, du mit deinen Stories! Das sind doch Fake News! Da ist doch nichts dahinter, belangloses Zeug! Du nervst, eigentlich kannst du jetzt aufhören…“
Manche reagieren auch so, wenn von Gott und Glauben die Rede ist: „Da ist doch nichts dahinter. Wer’s glaubt wird selig…“ 

Wie so oft stammt die Redensart tatsächlich aus der Bibel – da heißt es aber: Wer glaubt wird selig. Nicht als Fake, sondern als Zuspruch.

Das Wort „Glauben“ ist eine deutsche Übersetzung des lateinischen „credere“. Der „Kredit“ ist davon abgeleitet. Nun mag man wieder denken – na sag ich doch: Nichts dahinter! Alles nur ein gigantischer Betrug. Ganze Staaten leben auf Kredit, auf Pump, alles auf Kosten der nachfolgenden Generationen.

Aber nicht so schnell! „Credere“ heißt übersetzt etwas anderes – es heißt: „vertrauen“. 
Also nichts mit Geld. Beziehungsweise mehr als Geld! Jemand, der bei uns Kredit hat, ist jemand, dem wir vertrauen. Auf Treu und Glauben. Und genau darum geht es: Wem kann ich vertrauen? 

Die religiöse Antwort ist: Zuerst und zuletzt Gott. Keiner verdient es so wie er. Gottvertrauen - darum geht es im Glauben. 
Doch ist das alltagstauglich? Im Alltag sagen wir eher: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ – Vor allem, wenn es um Geld geht, ist das die Parole. Denn mangelnde Kontrolle kann ins Desaster führen - das wissen wir spätestens seit der Finanzkrise. Deshalb sind in Politik und Wirtschaft Kontrollgremien so wichtig.

Aber das andere gilt auch: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser!“ 
Vertrauen brauche ich vor allem dann, wenn es um Menschen und um Beziehungen geht. Wenn ich mich zeigen möchte und mich damit verletzlich mache. 
Da muss ich vertrauen. Da möcht ich wissen, wem ich mich ausliefere. 
Wie gut, wenn ich Vertrauen wagen kann. Wenn es Menschen gibt, denen ich mich anvertrauen kann. Und wie gut, wenn ich vor allem und nach allem Gott vertrauen kann. Wenn mir das gelingt, stimmt dieser Satz: Wer glaubt, wird selig.