Die Zeit messen wir alle gleich... und viele Zeiten sind darin enthalten. Es ist Faschingszeit, Winterzeit und: Berlinale-Zeit!
Filmbegeisterte, Schauspieler und Regisseurinnen aus der ganzen Welt sind in der Stadt. Sie verschwinden gemeinsam in einem großen Saal, dann geht das Licht aus und die Vorstellung beginnt.
Das Schöne am Kino – wie auch beim Theater oder auch beim Singen ist: Man kann sich nicht beeilen. Man kann einen Film nicht schneller schauen. Ein Theaterstück nicht schneller spielen. Und ein Lied nicht schneller singen. Es braucht die Zeit, die es halt braucht.
Natürlich kann die erlebte Zeit im Kinosaal dann ganz anders sein. Sich hinziehen oder so schnell vorbei sein wie ein Wimpernschlag. Oder noch lange nachwirken.
Im Film sind es manchmal die ganz kurzen Momente, die eine Geschichte weben: Ein Blick, den zwei Menschen einander zuwerfen. Ein Reifen, der die Straße entlang rollt. Und auch dann, wenn scheinbar nichts passiert, wird gerade das später Teil der Erzählung. Ich mag diese Vorstellung: Dass unser Leben gewebt ist aus dem, was wir oft für belanglos halten. Für eine Kleinigkeit. „Die Summe der Nebensachen“, das ist eigentlich die Geschichte.
Denn manchmal wird eine zunächst kleine Nebensache Teil einer größeren Geschichte. Wie zum Beispiel 2015, als die vielen Helferinnen und Helfer sich um Geflüchtete kümmerten, viele tun es noch immer, und so Deutschland zu einem wunderbaren Land der Willkommenskultur machten. Und so weben und spinnen wir alle an der großen Geschichte der Welt. Jeder in seiner Zeit.