„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge zieh‘n.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.“ (1)
Diese Zeilen stammen von Rainer Maria Rilke, dem großen Dichter. In diesem Jahr wird sein 100. Todestag gefeiert. Ein schöner Anlass, Rilke wieder neu zu entdecken.
„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen.“ Der Dichter vergleicht unsere Lebensjahre mit den Jahresringen, die wir bei den Bäumen so schön sehen können.
So wie der Umfang des Baumes Jahr um Jahr gewachsen ist, so ist auch der Schatz unserer Lebenserfahrung ständig gewachsen. Was für ein Reichtum! Ich merke, dass ich mir dessen gar nicht dauernd bewusst bin. Wie schade!
Rilkes Zeilen erinnern mich aber auch daran, dass mein Leben vielleicht nicht ganz rund wird, wenn ich einmal sterben muss. Doch Rilke scheint dies mit Gelassenheit zu sehen. Und genau das ist mir sympathisch. Denn meine Hoffnung ist, dass Gott einmal das vollenden wird, was ich nicht vollbringen konnte.
Eine gute Nacht mit Gottes Segen!