Zu allen Zeiten haben die Bäume Dichter, Philosophen und Theologen inspiriert. Auch Rainer Maria Rilke greift in einem seiner Gedichte auf das Bild es Baumes zurück:
„Und manchmal bin ich wie ein Baum, der reif und rauschend ,
über einem Grabe den Traum erfüllt,
den der vergang‘ne Knabe (um den sich seine warmen Wurzeln drängen)
verlor in Traurigkeiten und Gesängen.“ (1)
Auch in der Bibel wird der Baum gelobt. Der Mensch, der mit Gott verbunden ist, wird mit einem Baum verglichen, der am Wasser steht. Denn so wie der Baum sich seine Kraft über seine Wurzeln aus dem Wasser holt, so ist mir Gott, an dem ich mich festgemacht habe, meine Kraftquelle.
Mit dem Bild des Baumes verbinden sich Eigenschaften, die ich zu schätzen weiß: Fest verwurzelt sein, den Stürmen des Lebens trotzen, Standfestigkeit und Beständigkeit haben. Na klar, wer wollte da nicht sein wie ein Baum?!
Und das Schöne ist: Wie die Bäume, so dürfen auch wir Menschen reifen. Reife zu erlangen, das ist und bleibt in meinen Augen ein lohnendes und dabei sehr gnädiges Ziel des Lebens. Und eine gute Idee Gottes!
Eine gute Nacht mit Gottes Segen!
1 Rilke-Das Stundenbuch, Frankfurt am Main 1979, 6. Aufl. S. 12.