Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben nur um eine Stunde verlängern? Eine rhetorische Frage, die da Jesus seinen Leuten hinwirft und wir alle kennen die Antwort darauf. Eine rhetorische Frage halt. Ja, aber, möchte ich immer antworten. Ja, aber – das stimmt schon. Aber ich sorge mich doch trotzdem.
Ich sorge mich. Vielleicht besser: Ich frage mich: Ich frage mich nicht, was ich essen soll. Ich frage mich wann ich einkaufen soll und was, ich frage mich, was ich kochen soll, was auch alle essen und keiner herummäkelt und ob dieser Nussaufstrich auch wirklich vegan ist, oder ich wieder irgendeine Zutat überlesen habe. Und ich frage mich ob ich nicht unglaublich privilegiert bin, dass ich mir solche und keine anderen Fragen stelle.
Und ich sorge mich, weil ich es schon wieder vergessen habe eine neue Regenjacke zu kaufen und die Wettervorhersage Regen ansagt und bei dem Kind sind die Sportschuhe schon wieder zu klein und der wiederum andere ist auch gewachsen – und bauchfrei ist für Jungs immer noch keine Option.
Was macht ihr euch Sorgen? fragt Jesus.
Und ich möchte antworten: Ja siehst du das denn alles nicht: das alles und alle wofür man Verantwortung hat, wo man verlässlich sein muss, weil andere sich darauf verlassen, siehst du nicht? Das man sich kümmern muss und damit kommt die Sorge. Manchmal getarnt als Fürsorge und Besorgung, aber da steckt das Wort ja überall drin. Siehst du das nicht?
Und dann, vielleicht gerade dann, wenn mein Ärger um die Sorge und die große Frage, wie das denn zu schaffen sei verpufft, weil nach dem Ärger die Ratlosigkeit und die Erschöpfung kommt.
Dann flüstert es noch mal in mein Ohr: Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben nur um eine Stunde verlängern? Guck mal, was wirklich wichtig ist. woran du wirklich dein Herz hängst. Das kommt nämlich ein paar Verse später. Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Und ja, mein Herz ist nicht bei der Wäsche und auch nicht beim Einkauf. Mein Herz hängt an Menschen – hier zu Hause und noch an ganz vielen anderen Orten. Und es ist gut, mich daran zu erinnern.